I know where your house lives...

13. März 2012


Ihr Lieben,

da bin ich wieder nach einer längeren Blog-Abstinenz-Phase, in der wir etwas tun mussten, was ich oft gern vermeiden will: arbeiten. Also nicht richtig arbeiten, sondern studieren mit allem Drum und Dran. Deswegen sind die letzten Wochenenden auch nicht mit Sonnenschein, Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher gefüllt gewesen, sondern eher mit Ächzen und Stöhnen.

 Naja, so schlimm war es jetzt auch nicht, aber man gewöhnt sich leider viel zu schnell an das süße Nichtstun, was wir in den ersten Wochen hier wirklich ausführlich zelebriert haben. Aber bei dieser Gelegenheit wollte ich euch mal einen kleinen Einblick in das geben, was, man höre und staune, auch hier den größten Teil der Zeit ausmacht - unser Alltag. Und beispielhaft dafür mein Zimmer. Wie wir ja schon ganz zu Anfang berichtet haben, wohnen wir hier recht beschaulich in einer Art Reihenhaussiedlung, wo aber Gott sei Dank nicht jedes Haus aussieht wie das andere. Das habe ich sowohl in England als auch in Amerika kennen gelernt und fand es wirklich unerträglich.

 Unser Haus sieht von außen unfassbar klein aus, das Gäste immer überrascht sind, wie geräumig es drinnen ist. Man geht zuerst durch einen langen Flur in eine größere Küche mit Herd und - ganz wichtig - Waschmaschine. Die Küche ist jetzt nicht wunderhübsch, unser Wohnzimmer dafür aber umso gemütlicher. Wir haben zwei kuschlige Sessel, ein großes Sofa, auf dem meine Wenigkeit momentan Platz genommen hat, und noch einen Arbeitstisch, da kann man sich wirklich nicht beschweren. Und das Beste: Wir haben sogar einen Kamin! Den benutzen wir momentan allerdings meist nur dafür, äußerst umweltschädlich unseren Papierabfall zu verbrennen, damit wir nicht alles wegschmeißen müssen (die Müllgebühren sind hier schmerzhaft teuer).

 Vom Flur aus geht man dann eine wunderbar knarzende und weiche, weil mit Teppich versehene Treppe hoch zu unseren Zimmern. Ich glaube, mein Zimmer fühlt sich momentan etwas einsam, weil ich fast nur noch zum Schlafen dort bin. Am Wochenende habe ich es dafür mal richtig schön aufgeräumt und die Gelegenheit genutzt, gleich mal ein paar Fotos zu machen. Lustigerweise habe ich auch schon am ersten Tag nach meiner Ankunft Bilder vom Raum gemacht, deswegen habe ich jetzt Stoff für eine waschechte Vorher-Nachher-Fotoshow:

VORHER (zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken!)



















Und das ist das NACHHER. Ohne angeben zu wollen, würde ich behaupten, dass ich dem Raum meine Prägung gegeben habe :D








Die rechte Collage an der Wand und die Collage über dem Bett habe ich von Isy zum Abschied geschenkt bekommen. Vielen lieben Dank nochmal Isy, das macht mich einfach jedes Mal fröhlich, wenn ich darauf schaue, weil es mich an so glückliche Zeiten mit tollen Menschen erinnert!
Dieses klapprige Gestell aus Metall und zwei Spanplatten schimpft sich tatsächlich "desk", also Schreibtisch, zumindest aus dem Mund unserer Vermieterin, die ich um einen Schreibtisch gebeten hatte... Naja, im Endeffekt hätte ich ihn wahrscheinlich gar nicht gebraucht, weil ich sowieso fast nur unten im Wohnzimmer lerne und arbeite. Aber sowas kann man natürlich vorher nicht wissen...
Man beachte bitte besonders die wunderhübsche und wirklich einzigartige Teddybären-Gardine...

Ich hoffe, diese Einblicke in meinen Wirkenskreis haben euch gefallen. Bilder vom Wohnzimmer und von der Küche werden noch nachgeliefert, versprochen. Aber nicht innerhalb dieser Woche, denn jetzt geht es für Linda, Gabi und mich erst einmal nach LONDON! Wir haben beschlossen, dass das Leben eh zu kurz ist und dass wir unser Geld mal ausgeben sollten und dass wir schon viel zu lange am selben Ort waren und dass es sowieso mehr als hundert gute Gründe gibt, einfach mal nach London zu fahren. Und das tun wir! Ab morgen bis Mittwoch werden wir in der Stadt sein, in die alle Wege führen...oder war das doch eine andere?

Egal. Wir haben sehr ambitionierte Pläne, was das Besichtigungs- und Weggeh-Programm betrifft, zumal da Gabi noch nie in London war. Mal sehen, was wir dann wirklich schaffen, bis jetzt will ich mich noch nicht desillusionieren lassen. Witzig ist auf jeden Fall, dass zur gleichen Zeit noch vier andere Medienmanagerinnen aus unserem Semester in London sein werden. Wir werden London sozusagen mit unserem geballten Charme überrollen. Ich bin schon sehr gespannt auf das Resultat.

Ich bin mir nicht sicher, ob wir die Zeit finden werden, von dort Blogposts zu schreiben, wir haben aber auf jeden Fall einen Laptop dabei. Spätestens nächste Woche werden wir dann aber sicher Bericht erstatten. Bis dahin passt auf euch auf, wo auch immer ihr seid!

Viele liebe Grüße, Eure Dagmar

1 Comments:

Bertram hat gesagt…

Vielen Dank für den Einblick in Eure Wundertüte;
Und vielen Dank für die neue und revolutinäre Übersetzung von "Ora et Labora": "Blogge und Studiere" :-). Im App. Store gibt es für einen Besuch in London eine interessante und kostenlose App.: Streetmuseum: Dickens' Dark London. Viel Spass beim Entdecken der Royal City....

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