Ihr Lieben,
jetzt ist es an der Zeit, noch ein oder zwei Reiseberichte aus unseren Osterferien nachzulegen, bevor die IT uns mit ihren Prüfungen und Projekten zu sehr in Beschlag nimmt. Letztes Wochenende waren wir nämlich in Belfast, der Hauptstadt von Nordirland, und wollen euch wie immer daran teilhaben lassen.
Mit uns unterwegs war Anna, eine Freundin von uns, die auch in Sligo für ein Auslandsjahr ist. Sie ist in der Ukraine geboren, als Teenie nach Italien gezogen und kann neben diesen beiden Sprachen auch noch Polnisch, Englisch und ein bisschen Deutsch sprechen. Seit letztem Wochenende ist sie auch als "Princess Anna" bekannt:
Falls jemand ein ähnliches Bild von sich machen will, wenn er oder sie zufällig mal in Belfast ist: Das erste Foto ist im Disney Store entstanden, wo ein fast lebensgroßer Märchenpalast alle (heimlichen) Mädchenträume wahr werden lässt. Hab ich schonmal erwähnt, dass ich Pink hasse?
Wir haben uns für die drei Tage Aufenthalt dagegen entschieden, ein Ticket für den öffentlichen Verkehr zu buchen, weil man auch zu Fuß recht gut herumkommt - das Stadtzentrum ist recht überschaubar. Empfehlenswert für eine Besichtigung sind die sehr schöne barocke City Hall, die Victoria Street, der botanische Garten mit dem Palm House, und ein Spaziergang an den citynahen Quays entlang.
Wir waren auch am Titanic Museum, das just an diesem Wochenende eröffnet worden ist, sind aber nicht rein, weil die Tickets restlos ausverkauft waren. Das Ulster Musuem, das ein Sammelsurium von historischen Exponaten, Kunst und archäolorischen Stücken ausstellt, ist ganz nett und vor allem kostenlos.
Die einzige Tour, die wir gemacht haben, und die auch wirklich empfehlenswert ist, ist, die zweistündige "Black Taxi Tour", in der man in einem liebevoll nostalgisch gestalteten Taxi durch die Stadt gefahren wird und Geschichten zu dem Konflikt zwischen den protestantischen Loyalisten und den katholischen Nationalisten hört. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich vorher nicht wirklich viel darüber wusste und deswegen wirklich viel Neues dazu erfahren habe. Was ich auch interessant finde, ist der Fakt, dass es trotz der offiziellen Einigung und des Friedens in den letzten Jahren trotzdem noch eine 15 Meter hohe Mauer in West-Belfast gibt, die jede Nacht geschlossen wird, damit es keine Unruhen gibt.
Ich habe auch den Eindruck, dass dieses Thema immer noch ein gewisses Gesprächs-Tabu darstellt, und dass die südlicher wohnenden Iren oft versuchen, so zu tun, als ob es Nordirland einfach nicht gäbe. Ich würde wirklich gerne wissen, ob die Mehrheit der Iren für eine Vereinigung von Irland und Nord-Irland wäre, und wie sie die Beziehung zwischen Irland und England sehen, aber ich hatte bis jetzt noch nicht wirklich die Gelegenheit, mit einem Iren darüber zu reden. Zumindest spürt man aus meiner Sicht keinen Hass gegen England in der Bevölkerung.
Aber jetzt will ich euch endlich die Gelegenheit geben, die Bilder genießen. Viel Spaß!

















