Back to school

24. Januar 2012


Zwei Schultage und eine Party später melde ich mich zum großen Schul(mädchen)report wieder. Seid gespannt...

Ich denke, wenn man an einem völlig neuen Ort mit völlig fremden Menschen ist, dann vergeht die Zeit immer ein bisschen langsamer als üblich. Nur so kann ich mir jedenfalls erklären, dass seit Unibeginn noch nicht mal zwei Tage vergangen sind. Ich weiß gar nicht, mit was ich anfangen soll, deswegen beginne ich einfach von vorn.

Es ist ein Glück für mich, dass Cristina (meine Mitbewohnerin, ihr erinnert euch?) hier dasselbe studiert wie ich, denn sie hat mich gestern zum Klassenzimmer mitgenommen, dass ich innerhalb dieses unglaublichen Gewirrs von Korridoren, Hallen, Fluren und verwinkelten Gängen wahrscheinlich nicht gefunden hätte. Teilweise wirkt die IT Sligo so, als wäre sie ein organisches Wesen, das mit der Anzahl ihrer Studenten gewachsen wäre - mit etlichen Krümmungen.

Bevor man von uns aus an der IT ist, muss man allerdings auf äußerst verkehrsordnungswidrige Art und Weise eine Straße überqueren, bei der ich jedes Mal etwas Bedenken habe, irgendwannn überfahren zu werden, die legal zu überwinden allerdings ein Umweg von mindestens 10 Minuten bedeutet. Dann muss man noch so ungefähr fünfzehn Minuten einer Art Bundesstraße  - gemessen an der Anzahl der Autos -  folgen, bis man die IT schließlich erreicht hat. Einer der Gründe, warum ich mir ein Fahrrad wünsche.


Die IT ist trotz ihrer verwinkelten Bauweise ein sehr schönes und modern eingerichtetes Gebäude. Man hat für die Stundenten eine wirklich luxuriöse Bücherei auf drei Stockwerken eingerichtet, die auch als Platz für Gruppentreffen oder zur Enspannung dienen kann. Überall kann man sich mit dem Laptop ins WLAN einwählen, es gibt jede Menge PCs und die Beamer in der Vorlesungssälen laufen einwandfrei. Da könnte sich die FH in Würzburg echt mal eine Scheibe davon abschneiden! Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Lehrer technisch auf einem besseren Stand sind als in Deutschland - ich denke da mit Wehmut an eine Vorlesung "Verhalten in Organisationen" aus dem zweiten Semester, die uns auf gefühlten  2000 Folien in Times New Roman auf dem Projektor vorgeführt wurde...

Der Studiengang "International Marketing" setzt sich eigentlich nur aus ERASMUS-Studenten zusammen, was ich persönlich ein bisschen schade finde, weil ich auch gern ein paar Iren kennen lernen wollte. So ungefähr die Hälfte von ihnen ist französisch, was heißt, dass sie sich auch ausschließlich auf Französisch unterhalten. Da hat man natürlich keine realistische Chance, mit ihnen ins Gespräch zu kommen... Aber es gibt auch andere Nationalitäten: noch ein paar Deutsche (aber eher weniger im International Marketing), Italiener, Spanier, Koreaner und Rumänen.

Ich habe dann gleich Cristinas Freundinnen kennen gelernt, die gleich sehr nett waren und sich für meine "Geschichte" interessiert haben. Allgemein war es eigentlich nicht schwer, mit Leuten ins Gespräch zu kommen, aber man sieht schon, dass es starke Grüppchen gibt, die immer unter sich bleiben. Vielleicht ist das dem hohen Anteil der Internationals in diesem Studiengang verschuldet...

Abends war dann eine Party von zwei Italiennerinnen, die nur das erste Semester geblieben sind und heute nach Hause geflogen sind. Netterweise haben sie "die Neuen" auch eingeladen. Sie wohnten wie wir in Cartron, einer Art Vorort von Sligo. Ich glaube, sie war eine typische Erasmus-Party: Irgendjemand schreibt in die Erasmus-Facebook-Gruppe: "Party tommorrow at my house!" und dann kann man damit rechnen, dass knapp hundert Leute genau dieses Haus stürmen :D

Ich habe also mindestens 50 verschiedene Leute kennen gelernt, von denen ich bei den Meisten schon wieder den Namen vergessen hab... aber es war wirklich lustig. Anscheinend ist es hier üblich, dass jeder seinen eigenen "Drink" mitbringt und dann auch wirklich nur das Eigene trinkt, und das finde ich etwas befremdlich. Aber ich hatte sowieso eine Flasche Wein gekauft (für 6 Euro und sie war das billigste, was ich finden konnte!) und konnte sie dann quasi als Mittel benutzen, um andere Leute kennen zu lernen. Es war echt lustig, auch wenn ich um 12 gehen musste, weil ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Schlüssel für unser Haus hatte, und meine Mitbewohner beide schon weg waren. Ich also raus - natürlich hat es geregnet - und bin gerannt wie eine Wilde, um sie noch zu erwischen. Aber sie waren noch wach.

Ich bin mal gespannt, ob ich mich dann auch später gut mit den Leuten verstehen werde, die ich auf der Party kennen gelernt habe. Am Anfang ist es wohl immer so, dass man die Leute erst ein bisschen kennen lernen muss, und der große Nachteil, den wir haben, ist, dass wir wirklich wenige sind, die erst für dieses Semester gekommen sind. Also haben sich schon gewisse Gruppen gebildet und es ist schwerer, da noch irgendwie "reinzukommen". Und für mich als extrovertierte und gesellschaftliebende Person sind die richtigen Leute schon immer sehr wichtig ;) Ich hoffe, dass ich sie hier finden werde.

Zu den Fächern gibt es noch viel zu erzählen, aber das werde ich morgen oder vielleicht übermorgen schreiben. Morgen werde ich abends zusammen mit meinem roomies und einer ukrainisch-polnischen Italienerin Lasagne kochen - das wird bestimmt lustig.

Passt auf euch auf, bis bald!

4 Comments:

Anonym hat gesagt…

Fleißig, fleißig, fleißig! Danke für den bis doch regelmäßigen Blog Verlauf ;-)
Da kommt unsereins doch recht in Zugzwang, doch etwas mehr Zeit zum Kommentieren einzuräumen. Jedenfalls habe ich bei meinem letzten Termin in EMA (East Midlands) irische Kollogen getroffen. Als ich dann "Sligo" erwähnte, ging ein etwa anerkennendes Raunen durch die Runde. Eine kleine Kehrseite:
An der irischen Westküste ist es feuchter und windiger als an der Ostküste, deshalb mein Tipp für einen Besuch: Wetterfeste Klamotten, gutes Immunsystem und eine positive Grundeinstellung sind Minimum im Gepäck.
Bis Bald
Cheers

Bertram hat gesagt…

Hi,

der Kommentar oben ist von mir, entschuldigt die Wortlücken und teilweise Tippfehler, allerdings zwischen Tür und Angel das Ganze von einem Smart-Phone tippen ist eine potentielle Fehlerquelle, deshalb ist dieser Kommentar von einem normalen PC gesandt.
Und liebe Blogbesucher, der eine oder andere Kommentar ist doch diese schöne Seite und Mühe wert ... ?!

Fodhlite

Bertram

P.S. Wann kommt der nächste Eintrag?

Blogger hat gesagt…

... WIR DRÜCKEN DIR DIE DAUMEN FÜR DIE PRÜFUNG ...

LG

Bertram & die Blogger

Dagmar hat gesagt…

Lieber Bertram,

vielen Dank für die Kommentare und fürs Daumendrücken!! Die Prüfung lief gut, ich werde bald darüber berichten. Der nächste Eintrag kommt voraussichtlich, wenn wir morgen abend wieder gut in Irland angekommen sind.

Jaja, das Smartphone-Tippen ist so eine Sache...das hab ich mit meinem neuen Samsung S2 jetzt auch festgestellt.

Beim Kommentieren kann ich dir nur zustimmen! Traut euch, liebe Leser!

Viele Grüße, wir lesen uns hoffentlich bald!

Dagmar

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